Lesen Sie den folgenden Text und fügen Sie die Abschnitte A - G an der richtigen Stelle (1 - 5) im Text ein. Achtung: Zwei Abschnitte passen nicht in den Text!
A In weiterer Folge hängt sie davon ab, wie gut unsere Beziehung zum Gegenüber ist und inwieweit wir unsere Gefühle von denen der anderen trennen können. Grenzt man sich nämlich zu wenig ab, ist man schneller überfordert und wendet sich eher ab.
B Claus Lamm gewann aus einer Metastudie ähnliche Ergebnisse und kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass sich Frauen scheinbar besser in andere Menschen einfühlen können. Er weist allerdings darauf hin, dass die Differenz minimal sei.
C Männer seien, so ihre Überzeugung, bei emotionalen Herausforderungen evolutionär bedingt eher auf das Prinzip „fight or flight" (Kampf oder Flucht) konditioniert, während Frauen auf „tend and befriend" (sich kümmern und sich befreunden) eingestellt seien. Heutige Wertvorstellungen und Rollenbilder würden die urzeitlichen Verhaltensmuster verstärken.
D Der Sinn dieser Grundgefühle liegt nahe: Wer die Angst im Angesicht des anderen erkennt und losrennt, entkommt vielleicht dem Bären oder Tiger. Tränen rufen nach Trost, Ekel warnt vor Verdorbenem.
E Die Wissenschaft hat diese Annahme jedoch längst widerlegt. Denn wir können durchaus Einfluss auf unsere Emotionen bzw. Gefühle nehmen - wenn auch nicht unbegrenzt. Es gibt keine Emotion ohne Verstand und ebenso keinen Verstand ohne Emotion.
F Seit dieser Studie gelten Gefühle als Erregungszustände, an denen der ganze Körper beteiligt ist. Was wir darüber hinaus allerdings unter subjektivem Gefühl verstehen, entzieht sich hartnäckig der wissenschaftlichen Messbarkeit. Es ist schwierig bis unmöglich, im Laborkontext echte Emotionen systematisch zu erzeugen und zu manipulieren.
G Dieser wissenschaftlichen Herangehensweise und Haltung entsprechend widmet er sich der grundlegenden Frage: „Wie fühlt der Mensch?" Denn das Wissen um die Verankerung von Gefühlen im Gehirn kann dazu dienen, Emotionen positiv zu nutzen, und uns gefühlsmäßig weiterbringen - Männer wie auch Frauen.
Der Umgang mit Gefühlen - zwischen Stereotypen und den wahren Unterschieden
Wie stark werden unsere Gefühle von urzeitlichen Mechanismen gesteuert? Inwieweit spielen Herz und Hirn zusammen, wenn wir emotional handeln? Und fühlen Frauen anders als Männer?
Grünau/Wien - „Frauen sind das sozialere, angepasstere Geschlecht. Sie scheinen virtuoser mit Gefühlen umgehen zu können, während Männer schweigen oder aggressiv reagieren, wenn sie mit starken Gefühlen konfrontiert sind." Barbara Schweder scheut keine Stereotype. Die Anthropologin greift bewusst zu drastischen Bildern, wenn es darum geht, gefühlstechnische Unterschiede zwischen Frau und Mann zu illustrieren.
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Inwieweit das Gefühlsleben des Menschen über solche uralten Muster hinausgeht, erforscht Claus Lamm am Institut für psychologische Grundlagenforschung und Forschungsmethoden der Uni Wien. „Viele Menschen glauben noch immer, dass Gefühle ein biologisch determiniertes Programm sind, das schwer steuerbar ist", sagt Lamm.
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Nun lassen sich aber nicht nur die eigenen Stimmungen regulieren, sondern auch die Gefühle anderen Menschen gegenüber kognitiv steuern. Das Beobachten von fremden Gefühlsregungen erzeugt im eigenen Gehirn dieselben Aktivitätsmuster wie bei den direkt Betroffenen. Zunächst besteht die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzufühlen, aus diesem automatischen Mitfühlen.
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Eine im Frühjahr veröffentlichte Studie zeigte diesbezüglich, dass Frauen unter Stress besser zwischen eigenen und fremden Emotionen unterscheiden konnten und - vielleicht deshalb - einfühlsamer auf andere Personen reagierten als Männer. Die verhielten sich eher selbstbezogen.
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„Meistens sind die individuellen Unterschiede innerhalb einer Gruppe viel größer als die zwischen den Geschlechtern." Es seien vor allem Stereotype, die vermeintliche Geschlechterunterschiede in Sachen Emotionalität zementieren. Solchen vereinfachenden Klischees sollte die Forschung kritisch begegnen, ist Lamm überzeugt.
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Unter diesem Aspekt wären Antworten für Psychologie und Psychotherapie natürlich von großem Wert und letztlich mit Sicherheit auch für viele Individuen von größerem Interesse als geschlechtsspezifische Debatten.
