Lies den folgenden Text und füge die Abschnitte A-G an der richtigen Stelle (1-5) im Text ein. Achtung: Zwei Abschnitte passen nicht in den Text!
A „Uncool" ist demnach, sich über diese Ausdrucksweise von den Erwachsenen abzugrenzen, denn dadurch kann man die Alterszugehörigkeit kaum stärken.
B Man kürzt Wörter ab, erfindet neue und benutzt lautmalerische Ausdrücke. Üblich sind auch Kraftausdrücke wie „megageil" oder „krass". Dabei wird auf Grammatik, Kommaregeln und Rechtschreibung kaum geachtet.
C Das ist ein Zeichen für die von vielen Erwachsenen beklagte Sprachverarmung der Jugend.
D Am schnelllebigen, flexiblen Charakter des Jugendjargons kann man solche Entwicklungen besonders gut ablesen. Er ist für Innovationen sehr durchlässig und kann damit auch die Standardsprache entsprechend bereichern.
E In Situationen allerdings, in denen Gefühle oder Aggression unangemessen sind, müssen Jugendliche ihre Sprache auf den jeweiligen Kontext abstimmen und beispielsweise in Schultexten Ausdrücke wie „voll geil" oder „saumässig cool" vermeiden.
F Diesen Aspekt widerspiegeln humorvolle Wortschöpfungen wie das Schimpfwort „Denkzwerg", die gleichzeitig auf eine weitere wichtige Funktion der Jugendsprache hinweisen:
G Vielmehr kann man von einem kreativen Sprachwandel sprechen. Und sollte die verbreitete Kritik des Zerfalls der Sprachkultur doch berechtigt sein, so ist die Jugendsprache nicht Ursache, sondern vielmehr Spiegel der modernen Gesellschaft.
Jugendsprache - Verfall oder Bereicherung?
Jugendliche „simsen" oder „chatten" häufig in ihrem eigenen Jargon, vermitteln ihre Gefühle mit „Emoticons" wie dem Smiley oder Akronymen wie „LOL", bei dem die Anfangsbuchstaben des englischen Ausdrucks „laughing out loud" besagen, dass man sich köstlich amüsiert.
(1)
Neben einer gewissen Protesthaltung gegen diese Normen geht es dabei auch um die eigene Identität, denn sprachliche Eigenheiten sind ein Spiegel der Persönlichkeit. Gerade bei der Jugend, die sich nicht verpflichtet fühlt, besonders objektiv, abstrakt oder politisch korrekt zu formulieren, entfalten sich dadurch die Spiel- und Innovationslust, der Sprachwitz.
(2)
Die viel kritisierte verbale Aggressivität der Jugendsprache funktioniert als emotionales Ventil für die zahlreichen Konflikte, mit denen Jugendliche sich auseinandersetzen.
(3)
Dass Jugendliche ihren Stil tatsächlich den verschiedenen Situationen anpassen können, zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Die Studie hat ausserdem ergeben, dass digitale Medien keinen Einfluss auf Rechtschreibkenntnisse und Ausdruckskompetenz der Jugendlichen haben.
(4)
Dieser Feststellung Rechnung tragend, wird Jugendsprache von Sprachwissenschaftlern heutzutage als komplexes sprachliches Phänomen angesehen, das wie ein Seismograph Veränderungen in unterschiedlichen sozialen Bereichen anzeigt.
(5)
So ist das Wort „cool" heutzutage längst nicht mehr auf die Altersgruppe der Jugendlichen beschränkt und auch Zusammensetzungen mit „super" - beispielsweise „superlustig" - sind zumindest in der Alltagssprache in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen.
[von einem Schweizer Internetportal]
