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DSD II - C1 - Leseverstehen Teil 4 - Studieren im Ausland

Lesen Sie den Text und die Aufgaben 18-24. Kreuzen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung an.

Studieren im Ausland

Studieren und zugleich ein anderes Land kennen lernen - davon träumen viele Studenten. Und nicht selten lassen sich durch einen Abstecher ins Ausland die Berufsaussichten verbessern, denn in vielen Bereichen ist Auslandserfahrung eine wichtige Voraussetzung. Doch wenn Thomas von seinem Studium im irischen Limerick berichtet, klingt es eher nach Urlaub. „Man ist raus aus dem Trott und kann das richtig genießen", schwärmt der Erasmus-Stipendiat aus Siegen und erzählt von wilden Partys mit den Kommilitonen. „Eigentlich wollte ich ja richtig studieren, aber dann habe ich in Limerick schnell festgestellt, dass mich die Seminare später an meiner Heimat-Uni nicht weiterbringen." Was für Thomas plausibel klingt, kritisieren andere. Sie fordern eine Reform des Erasmus-Programms.

Mittlerweile nutzen etwa 24.000 Studenten aus Deutschland das Erasmus-Stipendium der EU, um für ein oder zwei Semester an eine ausländische Uni zu gehen. Dafür bekommen sie durchschnittlich 155 Euro im Monat und sind von Studiengebühren befreit. Der Berner Bildungsökonom Stephan Wolter findet Programme für Auslandsaufenthalte zwar sehr wichtig, aber aus seiner Sicht müsste das Erasmus-Konzept dringend überarbeitet werden. Statt Jahr für Jahr immer mehr Studenten mit relativ kleinen Beiträgen zu unterstützen, empfiehlt der Professor großzügigere finanzielle Hilfen für erfolgreiche Studenten, deren Eltern keinen Auslandsaufenthalt mitfinanzieren können.

Stephan Wolter fordert darüber hinaus strengere Auflagen für Erasmus-Studenten. Seiner Meinung nach müssten mehr Studienleistungen im Ausland verlangt werden, denn momentan fördere die EU auch Aufenthalte, die eher einer ausgedehnten Freizeit ähnelten. Während Wolter die Erasmus-Stipendiaten zu mehr Fleiß zwingen will, sehen das andere Wissenschaftler gelassener. Die Studentenpartys gehörten zu einem Auslandsaufenthalt dazu, sagt z. B. Ulrich Teichler, Bildungsexperte von der Universität Kassel. Lernen finde schließlich nicht nur im Hörsaal statt: „Die Studenten erfahren, dass die Welt anders ist, als Stubenhocker glauben." Im Austausch mit den Studenten anderer Länder würden viele verfestigte Einstellungen und Meinungen korrigiert. „Man lernt nicht nur in Kursen, sondern man muss auch links und rechts vom Weg schauen", sagt auch Stephan Fuchs, Leiter des Akademischen Auslandsamts an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Seiner Meinung nach besteht das Auslandsstudium aus einem Teil Party, einem Teil Sprache lernen und einem Teil Studium.

Übrigens: In Deutschland brechen etwa 17 Prozent der Studenten in andere Länder auf. Die Nachfrage nach dem Erasmus-Programm wächst seit Jahren. Die meisten Stipendiaten verbrachten im vergangenen Jahr ihre Auslandssemester in Spanien (21 Prozent), Frankreich (18 Prozent) und Großbritannien (13 Prozent). Seit der Einführung 1987 haben in ganz Europa 1,7 Millionen Studierende die Förderung genutzt. Das kostet mehr als 400 Millionen Euro im Jahr, und das Budget soll weiter aufgestockt werden.

Zurück zu den Problemen von Programmen wie Erasmus. So beobachtet etwa Stephan Fuchs, dass die Integration der Studenten im Gastland nicht immer gelinge. Die meisten Erasmus-Studenten blieben unter sich. Einheimische treffe man nur selten im Kreise der internationalen Studenten. Das Erlernen der Sprachen, sieht man vom Englischen ab, bleibe damit oft auf der Strecke. Verstärkt werde dies nun durch die Bachelor- und Masterstudiengänge, weil Studenten statt zwei Semestern oft nur noch ein Semester im Ausland bleiben wollen oder sogar ganz darauf verzichten. Eigentlich waren die neuen Studiengänge dazu gedacht, den Studenten einen Auslandsaufenthalt zu erleichtern. Doch das Versprechen, dass sie ihre Leistungen durch das „European Credit Transfer System" besser übertragen können, hat sich noch nicht für alle erfüllt. Nach wie vor sind etliche Studienprogramme nicht aufeinander abgestimmt.

Robert Büssow, der in Leipzig Journalistik und Politikwissenschaft studiert, hatte Glück. Der Erasmus-Stipendiat verlor durch das Studium in Lissabon keine Zeit und bekam seine Leistungen anerkannt. Für ihn bestand der Auslandsaufenthalt auch nicht nur aus Partys. „Quasi nebenbei" wollte er Land, Leute und Sprache kennen lernen. Trotz monatelanger Vorbereitung vor der Ausreise verstand er die Portugiesen allerdings kaum. Also beschäftigte er sich dort zunächst intensiv weiter mit seinen Sprachbüchern, bevor er dann das Land für sich entdecken konnte.

„Studenten nutzen ihren Auslandsaufenthalt eben unterschiedlich", sagt Siegbert Wuttig vom Deutschen Akademischen Austauschdienst. Die EU verlange deshalb ganz bewusst kein Mindestmaß an Studienleistungen im Ausland. „Uns ist nicht nur das Fachliche wichtig, sondern auch die Persönlichkeitsentwicklung, das Kennenlernen fremder Kulturen und Sprachen und das Erleben von Europa", so Wuttig. Auch Thomas, der Erasmus-Stipendiat aus Siegen, will seine Auslandserfahrung nicht missen. Die Zeit in Limerick habe ihn persönlich weitergebracht. „Vor allem bin ich offener geworden."

18. Thomas hat im Ausland nicht ernsthaft studiert, weil

19. Stephan Wolter schlägt für eine Verbesserung des Erasmus-Programms vor,

20. Ulrich Teichler meint, dass Partys während des Auslandsstudiums

21. Immer mehr Studierende

22. Stephan Fuchs behauptet, dass Erasmus-Studenten

23. Der Leipziger Student Robert Büssow

24. Welche Überschrift passt am besten zum gesamten Text?

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