Sie finden unten einen Lesetext. Dieser Text hat fünf Lücken (Aufgaben 13-17). Setzen Sie aus der Satzliste (A-G) den richtigen Satz in jede Lücke ein. Zwei Sätze bleiben übrig.
A Denn ständig tauschen wir nonverbale Botschaften aus - egal ob dies durch unseren Gesichtsausdruck oder etwa durch unsere Kleidung geschieht.
B Keine Person hat sich nämlich so unter Kontrolle, dass sie die Körpersprache genauso bewusst bestimmen kann wie die gesprochene Sprache.
C Eine offene Haltung im Brust- und Halsbereich dagegen signalisiert Furchtlosigkeit und Selbstbewusstsein. Ähnliches gilt für Bewegungen.
D Deswegen bilden Mimik, Gestik, Haltung und Bewegung, Berührungen und die Kleidung die älteste Form der Verständigung.
E So kann eine Geste wie der emporgereckte Daumen in unterschiedlichen Kulturkreisen genau das Gegenteil bedeuten.
F Forscher haben herausgefunden, dass im Gehirn die Zentren für Sprache und Handbewegungen im selben Bereich angesiedelt sind und vermuten daher die fast zwangsläufige Verbindung von Wort und Hand.
G Daraus folgt, dass die Augen in knapp einer Sekunde über Sympathie und Antipathie entscheiden und nicht die Ohren.
Körpersprache
Ein Lächeln sagt mehr als tausend Worte, weiß der Volksmund. Tatsächlich „hören" wir instinktiv mehr auf den Körper als wir meinen. Auf der ganzen Welt reden die Menschen mit Händen und Füßen, zwinkern sich zu und hüpfen vor Freude. (0) Kommunikation ist also nicht einfach nur sprachlich vermittelt, sondern geschieht auch durch Körpersignale. Manchmal sind die Signale eindeutig, manchmal verstehen wir sie falsch.
Der Körper ist niemals stumm. Wenn Menschen zusammenkommen, kommunizieren sie miteinander - sogar wenn sie nicht sprechen. (13) Auf diese Weise klären wir untereinander, ob wir uns sympathisch sind und ob wir uns vertrauen können. Der Körper verrät unsere wirklichen Gefühle, wer wir sind und was wir eigentlich wollen.
Die nonverbalen Botschaften sind gerade deshalb so machtvoll, weil sie oft unbewusst sind. (14) Wissenschaftler haben in verschiedenen Untersuchungen herausgefunden, dass 95 Prozent des ersten Eindrucks von einem Menschen durch Aussehen, Haltung, Gestik und Mimik bestimmt werden und nur drei Prozent vom gesprochenen Wort. (15) Und die Einschätzung einer Person geschieht bei uns allen in dieser kurzen Zeit.
Die Wissenschaft geht davon aus, dass bestimmte Basis-Gefühle wie Angst, Furcht, Glück, Überraschung und Abscheu bei allen Menschen bestimmte nonverbale Ausdrucksformen hervorrufen. Es gibt also Körpersignale, die wir alle verstehen und anwenden, und zwar unabhängig davon, in welcher Kultur wir aufgewachsen sind. So gilt beispielsweise das Stirnrunzeln in allen menschlichen Kulturen als Zeichen von Ärger. Das Lächeln wird ebenfalls weltweit als positives Signal und Sympathiezeichen eingesetzt. Auch die Deutung solcher Signale ist universell, sie werden überall verstanden.
Dies gilt jedoch nicht für alle Körpersignale. (16) Der nach oben zeigende Daumen wird in vielen Teilen der Welt als Zeichen der Zustimmung verstanden, auf Sardinien gilt er allerdings als obszöne Geste. So ist es mit vielen der bewusst geformten Handzeichen. Letztere sind Bestandteil der Kommunikation einer bestimmten Kultur und können auch nur dort richtig verstanden werden.
Über die Haltung sagt der Volksmund: Wer sicher steht, hat einen ausgeprägten Realitätssinn. Die Körperhaltung soll Aufschluss über die Wesenszüge des Menschen geben. Ein Zusammenhang zwischen der seelischen und der körperlichen Lage scheint zu bestehen. Wenn wir trauern, sind wir zusammengesunken, die Schultern hängen herab und wir wirken kraftlos und verschlossen. (17) Wer sich im Gespräch vorbeugt, zeigt Aufmerksamkeit. Auch der Gang des Menschen spiegelt die emotionale Befindlichkeit. Körperhaltungen können auch antrainiert sein und gezielt eingesetzt werden, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Bewusste Beschäftigung mit der eigenen Körpersprache hat für viele Lebensbereiche eine große Bedeutung.
