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DSD II - C1 - Leseverstehen Teil 3 - Es werde Nacht

Sie finden unten einen Lesetext. Dieser Text hat sechs Lücken (Aufgaben 13-17). Setzen Sie aus der Satzliste (A-G) den richtigen Satz für jede Lücke ein. Zwei Sätze bleiben übrig.

A Und für die wahre Größe unseres Daseins, die sich am besten an den Maßstäben der Nacht bemisst.
B Aber außerdem bemühen sich noch weitere Städte und Länder, die Lichtverschmutzung unter Kontrolle zu bekommen.
C Das bringt fast alle Aspekte seines Verhaltens durcheinander, selbst seinen nächtlichen Chorgesang.
D Denn schon kleine Eingriffe in die Art der Beleuchtung führen dazu, dass weniger Licht in die Atmosphäre strahlt.
E Durch künstliches Licht hinter dem Strand verwirrt, verenden allein in Florida jedes Jahr Hunderttausende von ihnen.
F Diese sind die ganze Nacht hindurch in einen riesigen Lichtnebel getaucht.
G Durch ihre Konstruktion wird das Licht nicht abwärts gerichtet, sondern strahlt nach oben in den Himmel.

Es werde Nacht

Mal angenommen, wir Menschen wären für ein Leben in der Dunkelheit geschaffen. Dann würde das Licht von Mond und Sternen auch für uns ausreichen, die Welt genauso gut zu erleben wie viele nachtaktive Tierarten. Aber so ist es nicht. (0) Wir sind nämlich tagaktive Wesen, und unsere Augen sind an eine Existenz im Sonnenlicht angepasst. Das ist durch die Evolution festgelegt, auch wenn wir es oft nicht wahrhaben wollen. So ist es zu erklären, weshalb wir in die Natur eingreifen und seit langem schon versuchen, die Finsternis durch künstliches Licht zu besiegen. Eine helle Nacht ist uns viel angenehmer als eine dunkle.

Doch der Nutzen hat Konsequenzen wie jeder Eingriff in die Natur. In diesem Fall ist es die Lichtverschmutzung, deren wissenschaftliche Erforschung noch ganz am Anfang steht. Sie ist oft eine Folge der heutzutage verwendeten Lampen: (13) Deshalb wird Dunkelheit, an die sich viele Lebewesen angepasst haben, immer seltener. Der Rhythmus der Beleuchtung wie auch die Lichtmenge in der Nacht verändern sich und beeinflussen viele Lebensbereiche, besonders der Tiere: Wanderverhalten, Fortpflanzung, Ernährung.

Heute leben die meisten von uns in übermäßig beleuchteten Städten. (14) Über dem Lichtkegel der Städte entfaltet sich die Pracht des Universums - mit Planeten und Galaxien als Lichtpunkte in einer unendlichen Finsternis. An die Wohltat einer dunklen Nacht können wir uns kaum erinnern. Auch nicht an unsere Ängste.

Die Folgen für die Natur sind schlimm. Allein unter den Vögeln gibt es eine große Anzahl nachtaktiver Arten, auf die Licht eine geradezu magnetische Anziehungskraft ausübt. Untersuchungen zeigen, dass Vögel von Suchscheinwerfern an Land oder von den Gasfackeln der Ölplattformen regelrecht „eingefangen" werden. Zu Hunderten kreisen sie um die Lichtquelle, bis sie schließlich abstürzen. Zugvögel prallen nachts gegen hell erleuchtete Hochhäuser.

Außerdem wird ein nachtaktives Säugetier wie zum Beispiel der Dachs durch die heller gewordenen Nächte bei seiner Jagd leichter entdeckt. Ein Frosch, der neben einer hell erleuchteten Autobahn lebt, ist nachts einer millionenfach größeren Lichtmenge ausgesetzt als unter natürlichen Bedingungen. (15) Und schließlich führen die durch Lichtverschmutzung verlängerten Tage dazu, dass sich das Paarungsverhalten der Tiere verändert.

Auch wir Menschen brauchen die Dunkelheit. Der regelmäßige Wechsel von Wachsein und Schlafen ist nichts anderes als der hormonelle Ausdruck der regelmäßig wechselnden Lichtverhältnisse. Dieser ist für uns von grundlegender Bedeutung. Durch die permanente Beleuchtung machen wir seit etwa hundert Jahren allerdings einen gewaltigen Selbstversuch mit ungewissem Ausgang. Durch die Lichtverschmutzung haben wir Menschen uns vom entwicklungsgeschichtlichen Erbe abgeschnitten. Dies hat zur Folge, dass wir in einem sehr realen Sinn den Blick für unseren Platz im Universum zu verlieren drohen. (16) An der Milchstraße, die sich hoch über unseren Köpfen wölbt.

Das alles muss nicht so sein. Von allen Formen der Umweltschädigung kann man die Lichtverschmutzung am einfachsten verringern. (17) Gleichzeitig lässt sich damit viel Energie sparen.

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