Lesen Sie den Text und die Aufgaben 6-12. Kreuzen Sie bei jeder Aufgabe an: „richtig", „falsch" oder „Der Text sagt dazu nichts".
Probanden in Windeln
Babys sind viel schlauer, als man bisher gedacht hat. Das Urteil eines Babys lässt keine Zweifel offen, wenn es um das Erkennen von guten und bösen Menschen geht. Dabei tut das Baby eigentlich nur, was wir alle tun: Personen einschätzen - anhand des Aussehens, der Handlungen und des Umgangs mit anderen. So bewerten wir, ob diese Person ein verlässlicher Partner ist. Derartige Menschenkenntnis ist für den Homo sapiens, das soziale Lebewesen, das nur gemeinsam mit anderen wirklich stark ist, überlebenswichtig. Das Verblüffende: Laut einer Studie besitzen sogar sechs Monate alte Babys bereits die Gabe, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden und daraus auch Konsequenzen zu ziehen. Das überraschte selbst die Forscher, welche die Babys und ihre moralischen Werturteile beobachtet hatten.
„Dass Babys dies tun können, ist unglaublich beeindruckend", so Kiley Hamlin von der Yale-Universität. „Es zeigt, dass wir essenzielle soziale Fähigkeiten von Anbeginn an besitzen." Anders gesagt: Vom ersten Schrei an haben wir die notwendigen mentalen Fähigkeiten, um dem Chaos um uns herum einen Sinn zu geben und zu verstehen, wie die Welt funktioniert. Gewisse physikalische Grundgesetze etwa scheinen schon in die Wiege gelegt, beispielsweise das Kontinuitätsprinzip. So folgern Babys, dass ein Ball, wenn er hinter eine Abschirmung rollt, auf der anderen Seite wieder auftauchen sollte. Und auch das gilt mittlerweile als sicher: Kinder bewältigen einfache arithmetische Aufgaben ganz ohne Matheunterricht - und zwar bereits im zarten Alter von sechs Monaten.
Warum findet die Forschung all das erst jetzt heraus, was manche Eltern schon intuitiv wussten? Man habe den Babys lange Zeit einfach nicht die richtigen Fragen gestellt, erklärt Tricia Striano, „oder gar keine. Viele Wissenschaftler haben sich vor unter Einjährigen gescheut - weil sie nicht mit uns reden können. Bringt man sie aber in die richtige Situation, erzählen Babys, was sie wissen - wenn auch in einer anderen Sprache." Was Säuglinge alles können, belegt auch eine unlängst im Fachblatt PLoS ONE vorgestellte Studie von Striano. Gemeinsam mit ihren früheren Kollegen vom Leipziger Max-Planck-Institut wies sie nach, dass Babys schon mit drei Monaten Furcht in Gesichtern anderer Menschen erkennen und auch deren Ursache ausmachen können. „Mit drei Monaten ist das Gehirn in der Lage, auf soziale Hinweise wie die Blickrichtung und den Gesichtsausdruck eines Erwachsenen selektiv zu reagieren", sagt Tricia Striano. „Und das Baby kann diese Hinweise auch mit Dingen in seiner Umgebung in Verbindung bringen." Bis vor kurzem war die Wissenschaft noch davon ausgegangen, dass Kinder Signale, die nicht direkt an sie selbst gerichtet sind, frühestens mit einem Jahr verstehen.
„Kinder lernen vom Menschen", sagt Striano. „Je besser die Hinweise sind, die Eltern ihnen geben, desto besser lernen sie." Sie glaubt, dass man die Fähigkeiten von Babys nicht unterschätzen dürfe, denn es sei wichtig, mit einem Kind schon in den ersten Lebensmonaten so häufig wie möglich zu interagieren.
6. Schon Babys können Menschen nach ihrem Verhalten beurteilen.
7. Die Forscher haben die Ergebnisse ihrer Studie erwartet.
8. Kiley Hamlin meint, dass alle sozialen Kompetenzen angeboren sind.
9. Manche Eltern setzen sich mit der frühkindlichen Sprachentwicklung bewusst auseinander.
10. Mit drei Monaten können Babys noch nicht erkennen, warum Menschen Angst haben.
11. Drei Monate alte Babys können soziale Hinweise mit anderen Reizen in ihrer Nähe kombinieren.
12. Eltern fördern ihre Kinder in den ersten Lebensmonaten sehr intensiv.
