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telc - C1 - Sprachbausteine - Ein merkwürdiger Akzent

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Ein merkwürdiger Akzent

(0) Stellen Sie sich vor, Sie wachen eines Morgens auf und wünschen Ihrem Partner einen guten Morgen - 25 die Worte aus Ihrem Mund klingen 26 . Dann könnte es sich um eine 27 seltene neurologische Störung handeln: das „Foreign Accent Syndrome", zu Deutsch Fremdsprachenakzentsyndrom.

Beim Fremdsprachenakzentsyndrom sprechen Patienten plötzlich ihre Muttersprache mit einem 28 regionalen oder ausländischen Akzent. Meist geht die veränderte Sprechweise auf Hirnschäden 29 eines Schlaganfalls oder einer Verletzung 30 . Die Erkrankung beeinflusst die Sprachmelodie, wobei die 31 Lautbildung und Betonung fälschlicherweise den Eindruck erweckt, der Betroffene sei kein Muttersprachler.

Ein in der Fachwelt bekanntes Beispiel ist der Fall von Sabine Kindschuh. Hätte die Patientin ein paar hundert Jahre früher gelebt, 32 sie eine Kandidatin für den Scheiterhaufen gewesen. Ihr Heimatdorf Oberalba in Thüringen war im 17. Jahrhundert Schauplatz mehrerer Hexenprozesse, und was mit der 57-Jährigen 33 , hätte man einst wohl übernatürlichen Mächten 34 : Sie sprach nach einem Schlaganfall plötzlich mit einem Tonfall, der an den Schweizer Dialekt erinnerte. 35 sie auch versuchte, wieder normal zu sprechen, es gelang ihr einfach nicht.

Die 36 Ärzte vermuteten psychische Ursachen dahinter, 37 eine regionale Tageszeitung berichtete. Erst ein Sprachtherapeut erkannte: Es handelte sich um das „Foreign Accent Syndrome", eine neurologische Erkrankung, die 38 selten ist, dass ein durchschnittlicher Mediziner in seinem gesamten Leben keinen einzigen Betroffenen 39 bekommt. Experten sprechen von weltweit rund 60, maximal 100 Fällen, die überhaupt jemals 40 .

41 beschrieb der französische Neurologe Pierre Marie 1907: Eine Pariserin, die einen Schlaganfall erlitten hatte und danach rechtsseitig gelähmt war, begann 42 mit einem elsässisch klingenden Akzent zu sprechen. Mehr Details sind von einer anderen historischen Patientin überliefert: Der Experte 43 Sprachstörungen Georg Herman Monrad-Krohn dokumentierte 1943 die Geschichte der Norwegerin Astrid L., die bei einem Unfall am linken Stirnhirn verletzt wurde. Sie 44 mehrere Tage bewusstlos und danach rechtsseitig gelähmt gewesen sein. Zunächst hatte sie enorme Schwierigkeiten, einfache Gegenstände wie eine Streichholzschachtel 45 , und machte zahlreiche Grammatikfehler. Mit der Zeit lernte sie zwar wieder, korrekt und flüssig zu sprechen, allerdings mit einem Tonfall, der ihre Landsleute offenbar 46 deutschen Akzent erinnerte.

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