Lesen Sie den folgenden Text und die Aussagen 13-24. Welche der Lösungen passt am besten?
An: marketing [at] maismuehle.com.example
Kopie: entwicklung [at] maismuehle.com.example
Betreff: Produktlinie „Regional"
Von: caspar.leder [at] maismuehle.com.exampleLiebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
im Anhang schicke ich euch einen Artikel aus den „Neuen Wirtschaftsblättern".
Bitte lest ihn doch mal durch und macht euch Gedanken, ob wir nicht in diesem Zusammenhang eine eigene Linie anbieten sollten. Ich denke da an unsere Maiswaffeln und Maisnudeln, die wir vielleicht als Regionalprodukte vermarkten könnten.
Alles Weitere besprechen wir dann gemeinsam.
Bis dann, vielen Dank!
Caspar
KONSUMENTEN MÖGEN ES REGIONAL
Potenzial und Anforderungen
Wochen- und Bauernmärkte erfreuen sich seit langem großer Beliebtheit. Die Verbraucher schätzen das vielfältige Angebot an frischen Lebensmitteln. Die beliebtesten Erzeugnisse sind Eier, Gemüse, Obst, Fleisch und Milchprodukte. Für diese Produkte gelten Märkte als vertrauenswürdige Bezugsquelle. Konsumenten greifen jedoch auch im Supermarktregal immer öfter zu Waren, die aus der Region stammen. Konsumentenbefragungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ergaben jüngst, dass regionale Produkte bei den Konsumenten inzwischen beliebter sind als biologisch erzeugte Produkte ohne Herkunftsangabe. Dabei scheinen die Grenzen zwischen den beiden Produktgruppen fließend, denn auch bei regionalen Produkten sind die Erwartungen der Konsumenten an Herstellung, Verarbeitung und Tierhaltung ähnlich hoch wie bei Bioprodukten.
Was die Art der Waren betrifft, so messen die Konsumenten bei frischen Lebensmitteln der Herkunft aus der Region die größte Bedeutung zu. An erster Stelle liegen Obst und Gemüse - hier gaben 80 % der Befragten an, großen Wert auf die regionale Herkunft zu legen. Wichtig ist Regionalität auch bei Fleisch- und Wurstwaren und bei Milchprodukten. Doch auch beim Kauf von Getreideerzeugnissen achten Verbraucher vermehrt auf die Herkunft aus der Region.
Verbraucher nennen zwei wesentliche Gründe dafür, dass sie trotz des nicht unbedingt niedrigeren Preisniveaus lieber zu regionalen Produkten greifen: zum einen die Überzeugung, dass Regionalerzeugnisse gesünder und umweltschonender sind, zum anderen das Bestreben, die lokale Wirtschaft zu stärken. Anders als erwartet steht nicht der Tierschutz im Vordergrund.
Die Umfragen zeigen, dass immer mehr Konsumenten diesen Überlegungen folgen. Dieses Konsumverhalten stellt somit ein bedeutendes Vermarktungspotenzial für Produzenten und Lebensmittelhändler dar. Die Palette an Regionalprodukten, die derzeit im Lebensmittelhandel angeboten wird, ist noch relativ bescheiden. Um die wachsende Nachfrage bedienen zu können, muss das Angebot ausgeweitet werden. Bisher verbinden die Konsumenten den Begriff „Regionalprodukt" vor allem mit frischen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse, aber nichts spricht dagegen, das Angebot auf haltbare Erzeugnisse wie Getreide oder Dauerwurst auszuweiten.
Ein wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Vermarktung neuer Produkte in diesem Bereich ist eine wohldurchdachte Preisgestaltung. Viele Konsumenten geben an, dass sie durchaus bereit sind, einen etwas höheren Preis für Produkte aus der Region zu zahlen. Andere weisen jedoch darauf hin, dass die hohen Preise sie vom Kauf regionaler Erzeugnisse abhalten. Es geht also darum, ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis zu erreichen.
Ist die Zahlungsbereitschaft generell gegeben, so fordern die Konsumenten im Gegenzug Klarheit über die Herkunft der Produkte. Von den Produzenten wird absolute Transparenz und eine entsprechende Kennzeichnung gefordert.
Dabei ist die Kennzeichnung von Regionalprodukten nicht zu verwechseln mit Herkunftsbezeichnungen. Der Begriff der Herkunftsbezeichnung spielt nur im EU-Recht eine Rolle. Auf Ebene der Europäischen Union gibt es zwei Kennzeichnungen für die Herkunft eines Produktes. Das ist zum einen die „Geschützte Ursprungsbezeichnung", die angibt, dass ein Produkt in einem abgegrenzten geografischen Gebiet erzeugt, verarbeitet und hergestellt wurde, zum Beispiel Parma-Schinken oder Altenburger Ziegenkäse. Das bedeutet aber nicht, dass diese Produkte nur in dieser Region verkauft werden, im Gegenteil, sie werden zum Teil weltweit vermarktet. Eine zweite Herkunftsbezeichnung ist die „Geschützte Geografische Angabe". Bei dieser Kennzeichnung reicht es, wenn mindestens einer der Produktionsschritte in der betreffenden Region stattfindet. Das ist zum Beispiel der Fall bei Lübecker Marzipan oder Schwarzwälder Schinken.
Diese beiden Kennzeichnungen sind jedoch nicht auf den deutschen Begriff „Regionalprodukte" anzuwenden. In Deutschland wird es in absehbarer Zeit wohl keine verpflichtende Kennzeichnung für Regionalprodukte geben. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz arbeitet jedoch an Leitlinien für eine zuverlässige Kennzeichnung solcher Erzeugnisse. Nun sorgt ein neues Etikett auf freiwilliger Basis für mehr Transparenz. Auf dem Label, das von einem Trägerverein in Lizenz an Hersteller vergeben wird, erkennen die Verbraucher auf den ersten Blick, welche Zutaten eines Produktes aus der angegebenen Region stammen. Die Testphase für die Kennzeichnung zeigte, dass sowohl große Handelsketten als auch Konsumenten die Kennzeichnung gut annahmen.
Die Vergabe dieser Kennzeichnung in Deutschland ist an die Einhaltung von gewissen Mindestkriterien gebunden. Bei Monoprodukten, also bei Produkten, die aus einem einzigen Bestandteil bestehen, wird ein Rohstoffanteil von 100 % aus der Region gefordert, während bei Produkten mit mehreren Bestandteilen ein regionaler Gesamt-Rohstoffanteil von mehr als 50 % Prozent erforderlich ist. Der Hauptbestandteil eines zusammengesetzten Produktes muss zu 100 % aus der Region stammen. Der Begriff „Region" wird in diesem Anforderungskatalog definiert als kleiner als Deutschland und größer als eine Kommune. Eine Region kann also ein Landkreis oder ein Bundesland sein, aber auch Länder- und Staatsgrenzen überschreiten. Auf dem Etikett wird eine Region sowohl für den Rohstoffbezug als auch für die Verarbeitung eindeutig und nachprüfbar definiert. Sie kann sogar auf einen bestimmten Kilometerradius um den Standort des Produzenten eingegrenzt werden. Dieser Ansatz soll eine einheitliche, wenngleich nicht verpflichtende Kennzeichnung von Regionalprodukten sicherstellen.
Wie eingangs erwähnt, verbinden die Konsumenten mit dem Begriff „Regionalprodukt" auch die Vorstellung von gesünderen Lebensmitteln und den Gedanken an Umweltschutz. Im Gegensatz zu Bioprodukten gibt es jedoch keine eindeutigen Regeln für den Anbau oder die Herstellungsverfahren von Regionalprodukten. Regionalprodukte können, müssen aber nicht aus handwerklichen Betrieben stammen. Die Produzenten brauchen sich keiner besonderen Zertifizierung zu unterziehen. In der Praxis ergeben sich aus dem vermehrten Angebot von Regionalprodukten aber durchaus positive Effekte im Sinne der Nachhaltigkeit. In der Regel werden die Konsumenten eher zu solchen Produkten greifen, die tatsächlich aus der unmittelbaren Umgebung stammen. Durch dieses Konsumverhalten fallen lange Transportwege und damit verbundene Umweltbelastungen weg. Seit Bioprodukte aus Übersee angeboten werden, kann das ein gewichtiges Argument zugunsten der regionalen Herkunft sein. Wenn Produkte verstärkt in der Region vermarktet werden können, wird dies vermutlich auch einen günstigen Einfluss auf die Vielfalt der angebauten Pflanzenarten, also auf die Biodiversität, haben.
Viele Experten sehen im Marktsegment Regionalprodukte eine Chance, vor allem kleinere Betriebe zu stärken. Die Produktvermarktung in diesem Bereich bietet für Klein- und Mittelbetriebe eine Alternative zu bundesweiten Listungen bei den Handelsketten und zu den damit verbundenen großen Mindestliefermengen. Geringere Transportkosten und höhere Verkaufspreise verheißen durch den Wegfall des Zwischenhandels eine bessere Gewinnspanne. Für die Produzenten im Allgemeinen bedeutet eine Ausweitung dieses Bereichs - zusätzlich oder alternativ zu einem bundesweiten oder internationalen Vertrieb - auf jeden Fall einen vielversprechenden Absatzmarkt mit guten Aussichten auf Gewinne.
13 Der Verfasser der E-Mail möchte
14 Wochen- und Bauernmärkte sind beliebt,
15 Regionale Herkunft
16 Durch den Kauf von regionalen Produkten möchten Verbraucher
17 Das Angebot an Regionalprodukten
18 Bei der Einführung neuer Regionalprodukte
19 Nach Meinung der Konsumenten müssen
20 In der Region erzeugte und weiterverarbeitete Lebensmittel erhalten im EU-Recht die Bezeichnung
21 In Deutschland
22 Deutsche Regionalprodukte aus mehreren Bestandteilen
23 Regionalprodukte
24 Das Marktsegment „Regionalprodukte"
