Sie lesen in einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift einen Kommentar. Welche Sätze passen in die Lücken? Zwei Sätze passen nicht.
Beispiel 0 Und was genau ist damit gemeint?
a Heute empfinden die meisten die Anforderungen dieses Wegs als Zumutung.
b So lernen sie nicht, dass sich der Einsatz für ein bestimmtes Ziel lohnt.
c Diese Maßnahmen ebnen zunächst den Weg für den Erfolg.
d Trotz der Lösungsansätze sinkt die Attraktivität dieses Tätigkeitsbereichs.
e Als Folge ihrer Berufstätigkeit leiden sie unter verschiedenen Symptomen.
f Den eigenen Nachwuchs schützen zu wollen, kann sich nachteilig auswirken.
g Ein Managerposten reizt sie nicht, da er keine angemessene Balance von Arbeit und Vergnügen zulässt.
h Sie sind zufrieden mit ihrem Einsatz in den vergangenen Jahrzehnten und träumen von Frührente.
i Das liegt an der essenziellen Funktion, die Managerinnen und Manager für den Betrieb haben.
j Denn wenn wir in den bisherigen Mustern verhaftet bleiben, werden wir scheitern.
„Manager-Müdigkeit" - eine bedrohliche Entwicklung in Führungsetagen?
Landauf, landab werden derzeit zahlreiche Unternehmen mit einem neuen Phänomen konfrontiert: „Manager-Müdigkeit". Das mag recht harmlos klingen, bezeichnet jedoch für viele Unternehmen einen bedenklichen Trend. (Beispiel 0) Konkret bedeutet es, dass weniger als 10 % der Beschäftigten auf einer Führungsposition arbeiten möchten.
Das Problem ist weit größer, als erste Umfragen erwarten ließen. In den Chefetagen fehlt nicht nur der Nachwuchs. Zunehmendes Desinteresse an Führungsposten ist auch bei jenen festzustellen, die bereits im Management tätig sind. (16) Mehr als die Hälfte von ihnen fühlt sich beispielsweise gestresst oder empfindet die Anforderungen der Berufswelt als stetig wachsend. Ein Drittel der Managerinnen und Manager ist von den Aufgaben überfordert und würde es sogar bevorzugen, nicht mehr Teil der Arbeitswelt zu sein.
Abstrahiert man vom Einzelschicksal und stellt sich die Folgen dieser neuen Einstellung für Unternehmen - egal welcher Größe - vor, dann kann man ermessen, was für ein eklatantes Problem da auf unsere Wirtschaft zukommt. Denn ohne Führungskräfte sind Unternehmen im wahrsten Sinne des Wortes „führungslos". (17) Wer plant, wer konzipiert, wer übernimmt die Verantwortung? Wenn diese Positionen nicht mehr besetzt werden können, wird nicht nur der Profit der Firma zurückgehen, sondern alle Mitarbeitenden werden unter den Folgen zu leiden haben.
Die interessante Frage lautet: Wo liegen die Ursachen für diese Entwicklung? Früher träumten zahlreiche zielstrebige Jura- oder BWL-Studierende von einer steilen Karriere in Unternehmen. (18) Sicherlich sind die Ursachen für diese tiefgreifende Veränderung vielschichtig, jedoch war der Prozess kontinuierlich und absehbar. Ein wichtiger Grund könnte der moderne Erziehungsstil sein. Obwohl die Eltern der heutigen Jugendlichen lange nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren aufgewachsen sind, konnten sie der Versuchung nicht widerstehen, ihre Kinder zu verwöhnen. Die Kinder erhalten viel und das meist ohne große Gegenleistung. (19) Warum sollten sie Tätigkeiten auf sich nehmen, die sie unangenehm oder anstrengend finden? Diese Einstellung der jungen Generation hat großen Einfluss auf ihren beruflichen Werdegang.
Im Berufsleben der Kinder treten Eltern in den Hintergrund. Ganz im Gegensatz dazu steht die Schullaufbahn, in deren Verlauf sie ihre Söhne und Töchter durch zahlreiche Lehrergespräche und die Finanzierung von Hausaufgabenhilfe oder Nachhilfestunden unterstützen können. (20) Jedoch bleibt die Frage offen, ob die Kinder nicht auch ohne ein solches „Rundum-sorglos-Paket" erfolgreich den Schulabschluss schaffen und später davon profitieren würden. Übertriebene Förderung in der Schule kann im Arbeitsleben nämlich ebenfalls als Karrierehindernis wirken. So setzen einige der Geförderten andere Prioritäten im Leben. (21) Denn Freizeit geht für sie vor Arbeitsverpflichtungen - man kümmert sich lieber um sich selbst als um das Firmenwohl.
Für jeden individuell mag dies eine kluge Entscheidung sein, als genereller Trend ist es jedoch problematisch. Verschärft wird die negative Entwicklung durch die schon ermüdeten Managerinnen und Manager, die aktuell Führungspositionen innehaben. (22) So äußern sie mehr oder weniger unverhohlen: Sollen doch die Jungen übernehmen und die aktuellen Herausforderungen wie Globalisierung und Digitalisierung meistern! Damit liegen sie jedoch falsch - wir benötigen eine gemeinsame Strategie und den Einsatz aller Altersklassen. Es liegt doch auf der Hand, dass die Probleme des 21. Jahrhunderts mit viel Energie und neuen Methoden gelöst werden müssen. (23) Da dies keine Option sein kann, benötigen wir auch einen neuen Führungsstil, der wieder Spaß macht - dann findet sich auch das Personal dafür.
