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Goethe - C1 - Lesen Teil 2 - Der elterliche Handykonsum und seine Folgen

Sie lesen im Internet einen Artikel über eine Studie zur Handynutzung in Familien. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.

FAMILIEN IM FOKUS

Der elterliche Handykonsum und seine Folgen

Laut einer jüngst in einer englischsprachigen Zeitschrift veröffentlichten Studie verursacht die häufige, intensive Beschäftigung vieler Eltern mit dem Handy bei ihren Kindern Frust, Wut, Stress sowie Verhaltensauffälligkeiten. Dennoch ist es nach wie vor die Internetnutzung der Sprösslinge, die ihre Zeit am Handy oder Tablet mit Spielen und Serien verbringen, die zu Diskussionen im Familienkreis führt. Wenn Eltern dasselbe tun, scheint ihnen das jedoch meist kein Grund zur Besorgnis zu sein, sondern gilt als Teil ihrer individuellen Freiheit. Als Erwachsene wissen sie schließlich selbst am besten, was sie gerade brauchen, um glücklich und gesund zu bleiben, so argumentieren sie zumindest oft selbst.

Es besteht allerdings kein Zweifel daran, dass in Familien mit Eltern, die ihr Smartphone nur schwer zur Seite legen können, die Kommunikation unter den Familienmitgliedern leidet: Das Handy wird zum Kommunikationsmittel Nummer eins, der ausführliche Eltern-Kind-Austausch fehlt. Diese ungesunden Auswirkungen auf die sozialen Kontakte in der Familie haben in vielen Fällen eine gestörte Sprachentwicklung der Heranwachsenden zur Folge, die sich auch in schlechteren Noten widerspiegelt. Die Unterstützung bei den Hausaufgaben bleibt notgedrungen unzureichend, wenn die Eltern währenddessen mit dem Handy spielen. Fordern die Kinder dann Beachtung ein, reagieren zahlreiche Eltern eher verärgert oder gereizt.

Das Forschungsteam der Studie hat in einem Langzeitexperiment untersucht, ob Kinder in Konkurrenz mit den Smartphones ihrer Eltern stehen. Dafür baten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 195 Elternpaare mit mindestens einem Kind unter fünf Jahren darum, sechs Monate lang Auskunft über ihre tägliche Smartphone-Nutzung zu geben. Zugleich wurden sie befragt, wie sich das Verhalten der Kinder während des Beobachtungszeitraums entwickelt hat. Lenkten sich Eltern wiederholt mit dem Handy ab, verhielten sich ihre Kinder häufiger auffällig, das heißt, sie quengelten und jammerten viel oder bekamen unverhältnismäßig starke Wutausbrüche. Sobald die Unterfünfjährigen jedoch das Handy selbst als Spielzeug erhielten, wurden sie ruhig und machten einen zufriedenen Eindruck.

Die Dynamik solcher Situationen gleiche einem Teufelskreis, argumentieren die Autorinnen und Autoren der Studie. Einige an der Untersuchung beteiligte Eltern räumten ein, dass sie besonders in Situationen nach dem Smartphone griffen, in denen sie sich von ihren Kindern gestresst fühlten. Das Handy biete ihnen eine Art Flucht aus dem Chaos, in das die Betreuung von Kindern ausarten kann. Sogar die Beschäftigung mit Problemen am Arbeitsplatz wurde in diesem Kontext als entspannende Tätigkeit empfunden.

Kinder, auch das hat die Studie gezeigt, reagieren sensibel auf den Verlust von Aufmerksamkeit seitens ihrer Eltern. Die Expertinnen und Experten schlussfolgern: Wer sich weniger auf seine Kinder einlässt, bekommt auch schwerer Zugang zu ihnen. Jedes Familienmitglied lebt dann letztendlich in seiner eigenen Welt und nimmt nur noch seine eigene Realität wahr.

Die Expertinnen und Experten geben Empfehlungen, wie sich wirksam Abhilfe schaffen lässt. Natürlich dürfen sich Eltern auch mal ausklinken, bevor sie sich zwischen den Ansprüchen der Familie zerreiben. Auch Mütter und Väter sind nur Menschen, und das natürliche Bedürfnis nach Zerstreuung verschwindet nicht mit dem Kinderglück. Hier kann das Telefon durchaus helfen. Doch darf nicht vergessen werden, im Familienalltag handyfreie Zeiten und Rituale zu schaffen. Bei gemeinsamen Mahlzeiten, beim Spieleabend oder dem Zubettgehen hat das Handy nichts zu suchen.

Aktuell liegt auch das Handy-Fasten im Trend, das sich gemeinsam mit den Kindern anwenden lässt. Auf diese Weise hat die ganze Familie etwas davon: Ob einen Monat, eine Woche oder drei Tage - der freiwillige Verzicht bringt die Menschen wieder ohne digitale Ablenkung an einem Tisch zusammen. Und wo vorher Schweigen war, könnte schon bald ein reger Gedankenaustausch entstehen. Ohne Handy können Eltern auch ihre Freizeit wieder bewusster mit den Kindern verbringen und gemeinsame Unternehmungen planen. Je nach den Vorlieben sollte eine Aktivität gewählt werden, die alle Familienmitglieder einbindet. Falls dennoch Kompromisse notwendig sind, sollte jede und jeder zugestimmt haben. Um eine passende Aktivität zu finden, können auch der Freundes- oder Bekanntenkreis oder entsprechende Portale im Internet befragt werden. Die einen entscheiden sich dann für das Anlegen eines Gemüsebeets im Gemeinschaftsgarten, die anderen für eine Schnitzeljagd durch die Stadt - alles ist erlaubt, Hauptsache, es macht Spaß und das Handy wird nur für Fotos aus der Tasche genommen.

9 Innerhalb der Familien wird oft thematisiert, …

10 Welche Folgen hat der Handykonsum der Eltern bei den Kindern?

11 Was wurde in einem Experiment mit Elternpaaren untersucht?

12 Laut den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hilft das Handy den Eltern …

13 Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern leidet unter …

14 Den Eltern wird empfohlen, …

15 Bei der Freizeitgestaltung muss berücksichtigt werden, dass …

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