Lesen Sie den Text und die Aufgaben (6-12). Kreuzen Sie bei jeder Aufgabe an: „richtig", „falsch" oder „Der Text sagt dazu nichts".
Wahre Egoisten handeln kooperativ: „Ein gutes Netzwerk ist die Quelle zum Erfolg."
Netzwerken hat für viele einen negativen Beigeschmack, und es heißt ironisch: „Eine Hand wäscht die andere und am Ende sind sie beide dreckig". Diese Gefahr besteht immer dann, wenn statt der Leistung als Empfehlungskriterium persönliche Interessen im Vordergrund stehen: Wenn man also an eine inkompetente Person eine bestimmte Position vergibt, weil man sich dadurch für sich selbst einen Nutzen verspricht. Das ist mit Netzwerken nicht gemeint. Hier geht es darum, dass man etwa einen Job zwar über Beziehungen, aber aufgrund seiner guten Leistung bekommt. Laut einer Untersuchung wurden 2006 34 Prozent der Stellen über eigene Mitarbeiter oder persönliche Kontakte besetzt. Gegenwärtig hat schon jeder sechste deutsche Großbetrieb ein institutionalisiertes Programm „Mitarbeiter werben Mitarbeiter". Wenn man diese Zahlen liest, ist klar, dass es sich lohnt, Zeit und Mühe in das Netzwerken zu investieren.
Jeder Mensch ist bereits - ob er es will oder nicht - Mitglied in mindestens einem Netzwerk, nämlich der Familie. Auch die Dorfgemeinschaft stellte in früheren Zeiten ein Netzwerk dar. Doch funktionieren diese beiden Institutionen nur noch selten im Sinne gegenseitiger Unterstützung und Förderung. Deshalb ist es wichtig, sich sein eigenes Netzwerk zu schaffen oder Mitglied in einem bestehenden Netzwerk zu werden. Früher gab es im akademischen Bereich nur Studentenverbindungen und die standen und stehen bis auf wenige Ausnahmen nur männlichen Studenten offen. Heute gibt es jedoch darüber hinaus an einigen deutschen Universitäten Alumni-Netzwerke, in denen sich ehemalige Studenten der jeweiligen Universität treffen und Kontakte aufbauen.
Darüber hinaus gibt es die traditionellen Netzwerke wie die Rotarier-, Lions- oder Kiwanis-Clubs. Diese haben übrigens Nachwuchsorganisationen, so dass man nicht wohlhabend sein und im Leben bereits etwas erreicht haben muss, um Mitglied zu werden. Allerdings braucht man immer eine Person - und später zur Aufnahme noch eine zweite -, die dort Mitglied ist und einen einlädt. Selbst um die Mitgliedschaft zu bitten, ist meistens nicht möglich.
Besonders beliebt beim Netzwerken sind heute Internetplattformen. Doch wird man auch bei Internetnetzwerken feststellen, es geht nichts über den persönlichen Kontakt. Denn die Basis des Netzwerkens ist Vertrauen und das lässt sich nur durch persönliches Kennenlernen aufbauen.
Vor einigen Jahren gab es eine neue Geschäftsidee: Visitenkartenpartys, eine Plattform, um Kontakte herzustellen. Sie ist vor allem für Selbstständige wie Rechtsanwälte oder Werbefachleute hilfreich. Auch daraus kann sich an jedem Ort ein Netzwerk entwickeln, wenn jemand dazu die Initiative ergreift.
Netzwerke funktionieren dann am besten, wenn sie einen gemeinsamen Zweck verfolgen, denn das verbindet. So setzen sich die Kiwanis-Clubs zum Beispiel für das Wohl der Kinder ein. Wenn man hier zu offensichtlich seine eigenen Interessen verfolgt, fällt dies negativ auf. Nicht zuletzt auch deshalb, weil vor dem „Nehmen" das „Geben" kommt.
So lässt sich abschließend sagen, um beruflich erfolgreich zu sein, braucht man Kontakte zu vielen und natürlich auch zu möglichst einflussreichen Menschen. Bereits das Wort „Beförderung" zeigt, dass man ohne die Unterstützung anderer nicht weit kommt.
6. „Netzwerken" bedeutet, jemandem unabhängig von seinen Leistungen einen Arbeitsplatz zu besorgen.
7. Auch für nicht wenige deutsche große Unternehmen ist das Netzwerken bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter wichtig.
8. Netzwerke sind nicht erst in der modernen Gesellschaft entstanden.
9. Studentinnen können Mitglied in jeder Studentenverbindung werden.
10. Trotz Internet ist die direkte Begegnung beim Netzwerken nicht zu ersetzen.
11. Auf einer Visitenkartenparty können neue Geschäftsideen entwickelt werden.
12. Viele verschiedene Ziele sind für den Erfolg des Netzwerks sehr wichtig.
