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DSD II - C1 - Leseverstehen Teil 2 - Jugend heute

Lesen Sie den Text und die Aufgaben (6-12). Kreuzen Sie bei jeder Aufgabe an: „richtig", „falsch" oder „Der Text sagt dazu nichts".

Jugend heute - Eine pragmatische Generation unter Druck

Die 15. Shell-Jugendstudie 2006 stützt sich auf eine repräsentativ zusammengesetzte Stichprobe von 2.532 Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren aus den alten und neuen Bundesländern.

Der Schulabschluss bleibt der Schlüssel zum Erfolg. In punkto Arbeitsplatz zeigt die Shell-Studie, dass Jugendliche deutlich stärker besorgt sind, ihren Arbeitsplatz zu verlieren bzw. keine adäquate Beschäftigung finden zu können, als noch vor vier Jahren. Bemerkenswert ist ein geschlechtsspezifischer Trend. Junge Frauen haben im Bereich der Schulbildung die jungen Männer überholt und streben auch zukünftig häufiger höherwertige Bildungsabschlüsse an. Heute streben 55 Prozent der befragten Mädchen das Abitur an, hingegen nur 47 Prozent der Jungen.

Was die Planung einer eigenen Familie betrifft, zeigt sich auch hier der pragmatische Ansatz der jungen Generation. Die Zahl junger Erwachsener, die zunächst auf Kinder und Familie verzichten, wächst. Dabei ist es nicht so, dass junge Frauen keine eigenen Kinder wollen. Sie sehen sich jedoch bei der Familiengründung mit vielfältigen Schwierigkeiten konfrontiert, weil Ausbildung, berufliche Integration und Partnerschaft durch eine Familiengründung in einem sehr kurzen Zeitraum komprimiert sind. Fast drei Viertel der Jugendlichen von 18 bis 21 Jahren leben noch bei ihren Eltern. 90 Prozent der Jugendlichen bekunden, gut mit ihren Eltern auszukommen, und 71 Prozent würden auch ihre eigenen Kinder genauso oder so ähnlich erziehen wollen.

Das Wertesystem der Jugendlichen weist eine positive und stabile Ausrichtung auf. Familie, Freundschaft, Partnerschaft sowie Eigenverantwortung sind weiter „in", begleitet von einem erhöhten Streben nach persönlicher Unabhängigkeit. Kreativität, aber auch Sicherheit und Ordnung werden als wichtig eingestuft. Die Tugenden Fleiß und Ehrgeiz befinden sich weiter im Aufwind. Damit vermischen sich in den Lebensorientierungen junger Menschen weiterhin moderne und traditionelle Werte.

Das Interesse an Politik bleibt niedrig. Lag der Prozentsatz der politisch Interessierten bei der 14. Shell-Jugendstudie bei 34 Prozent, so hat er sich nun auf 39 Prozent erhöht. Die Mehrheit hält die Demokratie allerdings nach wie vor für eine gute Staatsform. Grundlegende Spielregeln der Demokratie wie Meinungsfreiheit und freie Wahlen sind unumstritten. Trotz des geringen politischen Interesses sind viele Jugendliche in ihrem Lebensumfeld gesellschaftlich aktiv. Einsatz für die Gesellschaft und für andere Menschen gehört ganz selbstverständlich zum persönlichen Lebensstil dazu. Im Vordergrund steht der Einsatz für die Interessen von Jugendlichen, etwa im Rahmen einer sinnvollen Freizeitgestaltung. Hinzu kommt Engagement für sozial schwache oder benachteiligte Menschen, für ein besseres Zusammenleben oder auch für Sicherheit und Ordnung im Wohngebiet.

Den Prozess der Globalisierung betrachten die Jugendlichen zunehmend kritisch. Auffällig dabei: Immerhin 24 Prozent geben an, von Globalisierung noch nichts gehört zu haben. 48 Prozent der Jugendlichen gehen davon aus, dass ihnen die Globalisierung sowohl Vorteile als auch Nachteile bringen wird. Auf Vorteile wie größere Freizügigkeit oder kulturelle Vielfalt verweisen 18 Prozent. Nachteile wie Kriminalität oder Arbeitslosigkeit empfinden 27 Prozent der Jugendlichen.

6. Im Vergleich zu früheren Jahren haben die Jugendlichen heute weniger Angst vor einem Jobverlust.

7. Mädchen messen heutzutage ihrer schulischen Ausbildung eine größere Bedeutung bei als Jungen.

8. Immer mehr junge Leute gründen frühzeitig eine eigene Familie.

9. Ein Teil der Jugendlichen lebt aus Bequemlichkeit und Kostengründen bei den Eltern.

10. Der Shell-Studie zufolge kritisiert die heutige Jugend alte Werte wie Ordnung, Ehrgeiz und Fleiß.

11. Viele Jugendliche sind Mitglieder in Sportvereinen.

12. Fast die Hälfte aller deutschen Jugendlichen hat eine differenzierte Vorstellung von der Globalisierung.

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