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Eine Schulklasse, viele Sprachen
In einer Wiener Projektklasse haben es sich die Schüler und Lehrer gemütlich eingerichtet. An den Wänden hängen zahlreiche Plakate und Schautafeln in zwei Sprachen - nicht Deutsch und Englisch, sondern Deutsch und Kroatisch. Aber hier werden nicht nur österreichische und kroatische Kinder gemeinsam unterrichtet.
Auf die Frage „Woher kommst du?" antworten die Kinder unterschiedlich: hauptsächlich aus Kroatien, Bosnien und Serbien. „Wobei manche neben Serbisch auch Rumänisch sprechen. Zwei Mädchen kommen aus der Türkei und sprechen auch Kurdisch", ergänzt die Lehrerin. In der zweisprachigen Klasse haben daher mehr als zwei Sprachen Platz. Für die Schüler sind zweisprachiger Unterricht und die Mehrsprachigkeit in der Klasse eine gelebte Selbstverständlichkeit. „Das Gute an dieser Klasse ist, dass sich alle gut verstehen. Buben und Mädchen sitzen ganz entspannt nebeneinander, jeder kann neben jedem sitzen, die Kinder fühlen sich offenbar sehr wohl", so die Lehrerin.
Neben Deutsch ist Kroatisch die Unterrichtssprache, und zwar jenes Kroatisch, das in Kroatien gesprochen wird. Ähnliche Sprachen, die die Kinder mitbringen, wie etwa das bosnische Kroatisch oder auch das Serbische, werden zusätzlich in den Unterricht eingebaut.
Die Kinder entwickeln so ein Bewusstsein für die vielen Formen innerhalb einer Sprache und die Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Sprachen.
Thema des heutigen Unterrichts ist das Herz, auf Kroatisch heißt das „srce". Ein Kind liest einen Text laut auf Kroatisch vor. Die Unterrichtsmaterialien teilt die Lehrerin dann auf Deutsch aus. So erarbeiten sich die Schüler den Lehrstoff mit Hilfe von zwei Sprachen, parallel und ergänzend.
Für Martin Rosar, Initiator des kroatischen Integrationsprojekts, ist das der entscheidende Unterschied zum bloßen muttersprachlichen Zusatzunterricht. „Der eigentliche Reichtum des zweisprachigen Modells besteht darin, dass für die Kinder ihre Muttersprache nicht nur eine Umgangssprache ist, sondern auch eine Sprache, in der sie sich Wissen und Bildung aneignen."
Die ehemalige Schuldirektorin Barbara Rebernig hat bereits einige vierjährige Durchgänge des zweisprachigen Unterrichtsprojekts begleitet und erzählt: „Die Kinder werden bestens gefördert. Am Ende der vierten Volksschulklasse können sie in beiden Sprachen Aufsätze produzieren." Leider werden die Kinder aber nach den vier Jahren andere Schulen besuchen. Rebernigs Wunsch wäre es, eine solche Klasse weiter zu unterrichten.
Beispiel: In der Projektklasse → nehmen auch österreichische Schüler am Unterricht teil.
6. Die Klassenlehrerin sagt, dass die Kinder
7. Der Unterricht soll den Schülern helfen,
8. Der Unterrichtsstoff wird
9. Martin Rosar meint, dass
10. Barbara Rebernig erklärt, dass
