← Zurück zur Liste

ÖSD Zertifikat B2 Jugendliche - Lesen Aufgabe 1 - Unsere eigene Firma

Lies zuerst den Text und löse dann die 5 Aufgaben. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.

„Unsere eigene Firma"

Schüler testen ihren Unternehmergeist

„Lernen, leben, lachen" ist das Motto an der Paul-Gerhardt-Schule im bayerischen Kahl. 500 Schüler in 23 Klassen besuchen die Grund-, Mittel- oder Wirtschaftsschule. An jedem Schultag während der großen Mittagspause von 13:15 bis 13:45 Uhr hat das Bistro PAULA geöffnet. Geführt wird das Bistro von 20 Schülerinnen und Schülern. Ihr Ziel ist es, den Kunden gutes und gesundes Essen anzubieten. „Komm vorbei! Wir sind preiswert, freundlich und unsere Speisen und Getränke sind immer lecker! Im Angebot haben wir u. a. Apfelschorle, Wasser, verschiedene Kaffeesorten, Joghurt, Balisto, Knusperriegel und Leberkäse im Vollkornbrötchen", verspricht die Werbung.

Das Bistro ist das einzige Schulprojekt an der Paul-Gerhardt-Schule, bei dem Mittel- und Wirtschaftsschule zusammenarbeiten. Die Mittelschüler können als Arbeitsgruppe im Bistro mitarbeiten, die Wirtschaftsschüler dagegen können sich ab der neunten Klasse zwischen Mathematik und BWÜ (Betriebswirtschaftliche Übungen) entscheiden. Das Unterrichtsfach BWÜ soll die Schüler auf das spätere Arbeitsleben vorbereiten. Dazu gehören dann außer den Bilanzen und „Marktanalysen" auch essentielle Dinge wie der freundliche Umgang mit Kunden und ein verantwortlicher Umgang mit Lebensmitteln.

Die 15-jährige Stella engagiert sich nun schon seit einiger Zeit in der Schülerfirma. Sie besucht die 9. Klasse und hilft im Rahmen ihres Wahlpflichtfachs BWÜ im Bistro PAULA mit. „Es macht Spaß, in unserer eigenen Firma Getränke und Snacks an Schüler, Eltern oder Lehrer zu verkaufen", erzählt Stella, die jeden Montag im Bistro mitarbeitet. „Kurz bevor wir öffnen, bauen wir die Kasse auf und legen die Zutaten zurecht, aus denen wir für unsere Kunden belegte Brötchen und Sandwiches zubereiten. Es ist lustig und nicht so anstrengend wie andere Unterrichtsfächer."

Aufgabenteilung im Bistro

Während der Öffnungszeiten sind die Aufgaben im PAULA klar verteilt: „Eine Person ist an der Kasse, zwei arbeiten in der Küche. Die vierte Person leitet die Bestellungen an die Küchenmitarbeiter weiter und holt das fertige Essen aus der Küche", erklärt Stella. Bevor die Schülerinnen und Schüler nach dem Bistrodienst nach Hause oder zum Nachmittagsunterricht gehen, räumen sie auf, putzen Küche und Gastraum und kontrollieren den Bestand an Lebensmitteln. Reichen die Vorräte für den folgenden Tag nicht mehr aus, geben die Jugendlichen ihren drei Betreuungslehrkräften Bescheid, denn diese erledigen den Einkauf.

Einnahmen und Ausgaben überwachen

Im wöchentlichen BWÜ-Unterricht plant Stella gemeinsam mit ihren Klassenkameradinnen und -kameraden die nächsten Verkaufstage. Im Unterricht überlegen die Schüler auch, ob neue Produkte verkauft oder bestehende Angebote aus der Speisekarte gestrichen werden sollen. „Außerdem legen wir gemeinsam die Preise für unsere Waren fest, erledigen die Abrechnung und rechnen unsere Einnahmen aus", fügt Stella hinzu. Die Schülerfirma macht sogar Gewinn: In den letzten Schuljahren haben Stella und ihre Mitschüler immer 500 bis 600 Euro erwirtschaftet. Das Geld investieren sie in ihren kleinen Betrieb: „Wir haben Sofas und neue Küchengeräte gekauft und unsere Kaffeemaschine reparieren lassen", sagt Stella.

Ein Plus für die Bewerbung

Die Arbeit im Café und vor allem die geschäftlichen Tätigkeiten gefallen Stella gut. Auch ihre Stärken konnte sie ausbauen: „Durch die Mitarbeit habe ich vor allem meine Teamfähigkeit verbessert, weil wir hier eng zusammenarbeiten und uns gut absprechen müssen", findet die Schülerin. Nach ihrem mittleren Bildungsabschluss will sie eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich absolvieren. Sobald sie einen passenden Beruf für sich gefunden hat, wird sie sich bewerben. „In der Bewerbung gebe ich meine Erfahrungen in der Schülerfirma an. Dadurch zeige ich, dass ich einsatzbereit bin und schon in einem Geschäft gearbeitet habe. Das kommt bei den Ausbildungsbetrieben bestimmt gut an."

Das Bistro PAULA wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.

[aus einer deutschen Jugendzeitschrift]

Beispiel: Das Bistro PAULA … → ist ein Schulcafé.

1. An der Paul-Gerhardt-Schule …

2. Die 15-jährige Stella …

3. Die Mitarbeiter des Bistros PAULA …

4. Die Einnahmen des Bistros …

5. Stella …

← Zurück zur Liste