Lesen Sie den folgenden Text und fügen Sie die Abschnitte A-G an der richtigen Stelle (11-15) im Text ein. Achtung: Zwei Abschnitte passen nicht in den Text!
A „Sie sind tatsächlich zutiefst menschlich", teilt die Psychologin Claudia Howal deren Ansicht. „Mit sich selbst zu sprechen mag mitunter befremdlich wirken, aber es ist Teil eines völlig normalen Verhaltens. Selbstgespräche wirken sich sogar vorteilhaft auf die Psyche aus."
B Bezüglich dessen Funktion weichen die Expertenmeinungen hingegen voneinander ab: Während die einen im Sprechen mit sich selbst primär eine Form der unterstützenden Informationsverarbeitung sehen, schreiben ihm die anderen vorwiegend emotionale Bedeutung zu.
C Ganz im Gegenteil: Die Tendenz, mit sich selbst zu sprechen, würde erst mit zunehmendem Alter abnehmen, was laut Claudia Howal mit der Entwicklung von Schamgefühlen zusammenhängt. „Kindern wird suggeriert, dass Selbstgespräche etwas Verwerfliches und daher zu unterlassen sind."
D Dass dies nicht nur bei Kindern der Fall ist, konnte ein an der Universität Wien durchgeführtes Experiment in einer anderen Altersgruppe verdeutlichen. Dabei sollten Studenten einen Fahrradhalter entwickeln und wurden währenddessen aufgenommen.
E Diese Ergebnisse zeigen, welch großen Einfluss Selbstgespräche auf die Strukturierung der Gedanken haben. Zudem vermögen sie es, unser Wohlbefinden zu steigern, indem sie - richtig eingesetzt - als Ventil für Ärger und Frust fungieren und Stress abbauen.
F Ungeachtet dieser unmittelbaren gesundheitlichen Vorteile scheinen Selbstgespräche verpönt zu sein. Aber warum? Laut Claudia Howal werde Sprache primär als interaktives Kommunikationsmittel aufgefasst, das es ermöglicht, mit anderen in Kontakt zu treten.
G In Expertenkreisen schätzt man den Anteil unter Erwachsenen auf 96 %, aber bereits im Kindesalter werden regelmäßig Selbstgespräche geführt. Interessant ist, dass Kinder dieses Verhalten von sich aus zu kultivieren beginnen und scheinbar bewusst einsetzen.
Selbstgespräche - eine besondere Form der Kommunikation
Im Frühverkehr, beim Einkaufen oder beim Joggen: Haben Sie nicht auch schon einmal leise vor sich hingemurmelt oder sich laut über etwas geärgert, obwohl gar keine andere Person anwesend war? Ob unbewusst oder gewollt - beinahe jeder Mensch kommuniziert mit sich selbst.
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Etwa jeder zweite Drei- bis Fünfjährige reflektiert beispielsweise vor dem Schlafengehen den vergangenen Tag, indem er sich selbst davon erzählt. Für viele Wissenschaftler ist das ein eindeutiger Beweis dafür, dass Unterhaltungen mit sich selbst etwas völlig Natürliches sind.
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Mittlerweile wurden deren positive Effekte in verschiedenen Studien belegt. Der US-Psychologe Adam Winsler wies beispielsweise nach, dass Kinder, die Selbstgespräche führen, ihnen gestellte Rätsel schneller lösen als solche, die beim Nachdenken nicht sprechen.
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Die Auswertung des Filmmaterials förderte Erstaunliches zutage: Diejenigen, die laut artikulierten, wie der nächste Schritt aussehen sollte, waren konzentrierter und gingen im Vergleich überlegter vor als jene, die stumm an dem Projekt arbeiteten.
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Wie, fragen Sie sich? Stellen Sie sich vor, Sie haben einen wichtigen Termin, sind aber in einen Stau geraten. In diesem Fall kann der eigene Zuspruch, dass es bald weitergeht, nachweislich beruhigen: Ihr Puls normalisiert sich, der Herzschlag verlangsamt sich und Sie können wieder klar denken.
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Aus diesem Grund würden wir der Psychologin zufolge auch instinktiv Distanz wahren, sobald wir bemerken, dass eine Person nicht mit jemand anderem, sondern mit sich selbst in hörbarer Lautstärke spricht. Mit dem Wissen um die positiven Aspekte von Selbstgesprächen reagieren wir zukünftig aber womöglich anders.
